Forschungsprojekt – DAST

Digitales Abbild des Sterilgutkreislaufs mittels neuer Transpondertechnik

Immer wieder hört man von Fällen, bei denen chirurgische Instrumente in Patienten zurückbleiben. In Deutschland treten jährlich etwa 100 dieser Fälle auf. Zudem erfordert die Entfernung des zurückgebliebenen Instruments eine zusätzliche Operation. Theoretisch ist es möglich noch während der Operation zu prüfen, ob jedes individuelle Instrument, das in den Operationsaal geliefert wurde, diesen auch wieder verlassen hat bzw. sich wieder an der vorgesehenen Position befindet. Auch praktisch sollte dieses Vorhaben umsetzbar sein, da die EU die Medical Device Regulation, Medizinprodukteverordnung (MDR) beschlossen, nach der alle Krankenhäuser in Deutschland bis zum 26. Mai 2020 ihre Produkte neu zertifiziert haben müssen. Das ist jedoch mit den am Markt verfügbaren Identifikationstechnologien nicht mehr umsetzbar. Ein Hinderungsgrund ist u.a., dass die Europäische Datenbank für Medizinprodukte (Eudamed), mit deren Hilfe die Instrumente getaggt werden sollen, zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund von fehlenden Informationen noch nicht voll funktionsfähig ist.

An dieser Stelle setzt das Projekt „Digitales Abbild des Sterilgutkreislaufs mittels neuer Transpondertechnik“ (DAST) an. Ziel ist es eine anwendungsspezifische und maßgeschneiderte Systemlösung für Unique Identification of Devices (UDI), also die Produktkennzeichnung, mittels RFID-Technologie zu entwickeln. Ein digitales Abbild des Sterilgutkreislaufs ermöglicht dann eine optimierte Sterilgut-OP-Planung für Operationen in Echtzeit, sodass die richtigen Instrumente zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort beim richtigen Patienten einsatzbereit sind. Denn die Digitalisierung kann die menschliche Aktivität unterstützen und durch gezielten Einsatz helfen Fehler zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Mit der Transpondertechnologie wird eine digitale Lebenszyklusakte zu jedem Sterilgut angelegt und automatisch während des Sterilgutkreislaufs gepflegt. So ist ersichtlich, wo sich das Sterilgut befindet, ob und wann bzw. wofür es genutzt wurde und ob es prozesskonform sterilisiert und eingesetzt wurde. Durch die Digitalisierung des Sterilgutkreislaufs bzw. ein Echtzeit-Tracking des Sterilguts im Kreislauf kann also angezeigt werden, ob sich ein Instrument noch im Körper des Patienten befindet.

 

Offizielle Kurzbeschreibung des Projekts auf der Seite des Projektträgers.

 

Laufzeit:

2019-2022

 

Förderung:

Leitmarkt Gesundheit.NRW

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“

Projektpartner:

Smartrac Speciality GmbH, ID4us GmbH, Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS), Ruhr-Universität Bochum KöR, IT4process GmbH, Helios Universitätsklinikum Wuppertal / Department Forschung und Innovation GmbH, Universitätsklinikum Köln AöR, Universitätsklinikum Essen AöR

Das Projekt in den Medien

Deutsches Ärzteblatt

KU Gesundheitsmanagement

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